Kommentar zur geplanten Kürzung der J+S-Subventionen: Ein Schlag ins Gesicht der Freiwilligenarbeit
Die Mitteilung des Bundesamtes für Sport (BASPO), die Subventionen für Jugend+Sport (J+S) ab 2026 um 20 Prozent zu kürzen, ist ein Schock und ein fatales Signal an die über 20'000 Sportvereine in der Schweiz. Als langjähriger Leiter der Unihockey-Abteilung unseres Vereins, wo wir uns mit Herzblut für eine qualitativ hochstehende Ausbildung unserer Trainerinnen und Trainer einsetzen, trifft uns diese Nachricht bis ins Mark.
Jahrelang haben wir auf das System Jugend+Sport gebaut und vertraut. Es war und ist die finanzielle Grundlage, die es uns ermöglicht, Kindern und Jugendlichen eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung zu bieten, sie in ihrer Entwicklung zu fördern und wichtige Werte wie Teamgeist, Fairness und Respekt zu vermitteln. Die J+S-Gelder sind keine Almosen, sondern die finanzielle Basis, die für Vereine wie unseren einen geregelten Meisterschafts- und Trainingsbetrieb überhaupt erst ermöglicht. Sie fliessen direkt in die Ausbildung unserer Coaches, in die Organisation von Trainings und Lagern und somit in die Zukunft unserer Jugend. Dass nun ausgerechnet der Erfolg des Programms – die Rekordbeteiligung von Kindern und Jugendlichen im Jahr 2024 – als Begründung für eine Kürzung herhalten muss, ist an Ironie kaum zu überbieten. Man wird zum Opfer des eigenen Erfolgs, weil die Politik ihre Hausaufgaben nicht macht.
Ein seit Jahren existierendes Konstrukt, welches die zwingend notwendige Jugendarbeit unterstützt, wird in seinem Fundament verletzt. Dies ist nichts anderes als ein Versagen von Politik und Verwaltung. In einem so reichen Land wie der Schweiz darf es nicht sein, dass ein derart wichtiges Förderinstrument nicht mit den wachsenden Bedürfnissen und dem Erfolg mitwächst. Den Kredit nicht frühzeitig und adäquat zu erhöhen, zeugt von einer kurzsichtigen und verantwortungslosen Politik, die den unschätzbaren Wert der Freiwilligenarbeit verkennt.
Diverse vom BASPO selbst in Auftrag gegebene Studien belegen die enormen Leistungen und die gesellschaftliche Bedeutung der Sportvereine. Sie analysieren die Herausforderungen, mit denen wir täglich konfrontiert sind – von der Rekrutierung von Ehrenamtlichen bis zur Finanzierung. Diese Kürzungen sind ein Schlag ins Gesicht all der engagierten und wichtigen Freiwilligen, die unzählige Stunden ihrer Freizeit opfern. Der Schaden, der hier angerichtet wird, wird enorm sein. Er wird die Qualität der Nachwuchsarbeit gefährden und letztlich dazu führen, dass weniger Kinder und Jugendliche von diesen wichtigen Angeboten profitieren können.
Als Verein werden wir daher nicht tatenlos zusehen. Wir werden uns mit Nachdruck dafür einsetzen, dass sich unsere kantonalen und nationalen Verbände mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln gegen diesen Leistungsabbau stemmen. Es gilt, einen Schaden von nationaler Reichweite abzuwenden, der unweigerlich zu massiven Rückschritten in zentralen gesellschaftlichen Bereichen führen würde – sei es im sozialen Zusammenhalt, in der Gesundheitsförderung oder im gemeinschaftlichen Leben.
Wir appellieren daher eindringlich an Bund, Kantone und Gemeinden sowie an die Politik auf kommunaler, kantonaler und nationaler Ebene: Handeln Sie umgehend! Nehmen Sie Ihre Verantwortung wahr und stellen Sie die notwendigen finanziellen Mittel zur Verfügung. Es darf nicht sein, dass der Erfolg der Jugendarbeit bestraft wird. Die Zukunft unserer Kinder und der gesellschaftliche Zusammenhalt, den die Sportvereine tagtäglich fördern, müssen es uns wert sein.