Im Winde des Zeitgeistes

Der Zeitgeist weht in den Jahren des ausgehenden 20. Jahrhunderts und des beginnenden 21. Jahrhunderts den Vereinen steif entgegen. Individualität, nicht Gemeinschaft sind gefragt. Unabhängig sein, keine Bindungen eingehen, das ist die Lebensphilosophie. Statt in einen Turnverein geht man ins Fitnesscenter, statt Training im Sportverein sind Kraft und Konditionsübungen im Maschinensaal eines Sportcenters Trumpf.
Wer sich gerne für teures Geld anonym durch die ausgeklügelten Maschinen und Apparate quält dem sei das natürlich unbenommen. Das kann der Reinacher Sportverein nicht anbieten.
Und doch. Der RSV versagt sich den modernen Strömungen natürlich nicht vollkommen. Das zeigt die Geschichte deutlich genug.
Im Fitness- und Konditionstraining, in den Übungen und in den Spielen passt er sich den Erkenntnissen und Wünschen der Zeit an. Aber statt mit Maschinen arbeitet er mit Menschen. Statt teuren Abos verlangt er einen bescheidenen Mitgliederbeitrag und über Turnen, Sport, Kraft, Bewegung, Kondition und Fitness hinaus biete er eine ganze Palette von Freizeitbetätigungen, die jedem offen stehen, aber keinen zu irgendetwas nötigen. Er bildet eine Gemeinschaft, die lockerer nicht sein könnte, eine Bindung, die niemanden zu führen braucht, die jeder so eng gestalten kann, wie es ihm gefällt. Beim Reinacher Sportverein mitmachen, heisst mit anderen Leuten zusammen sein, mit Gleich- oder auch Ähnlich-Gesinnten, heisst auch Kameradschaft, heisst für manchen vielleicht auch ein Stück Geborgenheit.
Und wer im RSV nicht alles findet, was er zu seinem körperlichen Wohlbefinden benötigt, der mag selbstverständlich das Eine tun und das Andere nicht lassen.

Und wer weiss, vielleicht weht beim hundertjährigen Jubiläum des Reinacher Sportvereins der Zeitgeist wieder aus einer etwas anderen Richtung.